Vöslauer Unter 15 ist wieder Staatsmeister!
Mit etwas Respekt, aber trotzdem mit dem Wissen, als Titelfavorit gehandelt zu werden fuhren die Vöslauer nach Linz/Kleinmünchen, um die Titelkämpfe zu bestreiten. Die Vöslauer waren bestens vorbereitet, bestritten im Vorfeld einige Testspiele, das Wichtigste war aber, dass alle fit und auch in Form waren.
Schon im ersten Spiel der Vorrundengruppe gegen die Heimmannschaft aus Linz - dem vermutlich stärksten Gegner - wollten es Schuster & Co. genau wissen. Mit einer sicheren Deckung und mit druckvollem Angriffspiel setzten sie sich von Beginn an in Front und brachten damit das Publikum zum Schweigen. Die Achse Nimpf - Forsthuber und Schuster erzielte 16 der 25 Treffer und mit diesem überlegenen Sieg war das Semifinale praktisch erreicht.
Am frühen Samstagnachmittag ging es dann gegen SHV-Leistungszentrum, die Salzburger Mannschaft, die den Titel "Leistungszentrum" nicht verdient. Mit nur 7 Feldspielern angereist gaben sie einen Prügelknaben ab, die Vöslauer konnten alle ihre technische Raffinessen ausspielen und letztendlich mit 37 : 12 gewinnen. Am Abend stand dann die letzte Vorrundenpartie gegen HSG HIB Graz/Bärnbach/Köflach auf dem Programm, auch eine Handballakademie in der Spieler der 3 wichtigsten steirischen Vereine vertreten waren. Aber auch sie mussten die drückende Überlegenheit der Vöslauer zur Kenntnis nehmen, lagen zur Pause mit -7 Toren im Rückstand und kassierten eine 11:27 Klatsche.
Damit war der Vorrundentag erledigt, die Trainer konnten durch geschicktes Wechseln alle Spieler zum Einsatz bringen und die Spielträger für die schweren Aufgaben am Sonntag schonen. Einziger Wermutstropfen war die Knöchelverletzung von Kunaver, er musste leider passen.
Die große Sensation des Samstags war, dass Union West Wien, die sich selbst als Finalgegner der Vöslauer einschätzten, durch eine Niederlage gegen Schwaz und ein Remis gegen Bregenz aus dem Turnier flog.
Am Sonntag um 10:00 Uhr stieg das Semifinalspiel gegen ULZ Schwaz, eine körperlich robuste Mannschaft, die auch einen ganz ausgezeichneten Werfer hatten, der der Vöslauer Deckung einiges zum Auflösen aufgab. Anfangs stand es 2:1 für die Tiroler, übrigens der einzige Rückstand im gesamten Turnier, bald aber zogen die Vöslauer das Tempo an und drehten das Spiel. Kraftvolle Sprungwürfe, gekonntes Kreisanspiel und schnelle Konter waren das Rezept der Vöslauer, um die Tiroler unter Druck zu setzen. Als einzige Mannschaft wehrten die sich aber ganz vehement und kamen auf 20 : 18 heran, doch zwei schnelle Konter von Gunnar Prokop und ein verwerteter Siebenmeter von Schuster führten zum 23:19 Sieg. Großer Jubel herrschte und das Finale war erreicht.
Mit einem klaren Sieg gegen Bregenz qualifizierten sich die Linzer ebenfalls fürs Endspiel, eine Neuauflage das Eröffnungsspiels stand somit auf dem Programm.
Um 15:00 Uhr kam es zum Showdown, viele Vöslauer Fans waren anwesend und unterstützten die Thermalstädter ganz großartig. Wieder waren die Vöslauer blendend von den Trainern eingestellt und rührten in der Deckung mächtig den Beton an. Die Linzer waren in ihren Angriffsaktionen zeitweise hilflos und die ausgezeichneten Schiris aus Tirol gaben reihenweise passives Spiel. Im Angriff liefen die Kombinationen wie am Schnürchen, einzig der famose Linzer Torwart machte den Vöslauern das Leben schwer, er fischte viele Würfe aus den Ecken. Durch die Manndeckung von Schuster hatten die übrigen Aufbauspieler mehr Platz und den nützte Tesar mit prächtigen Durchbrüchen, meist wurde er siebenmeterreif gefoult, die Penalties waren eine sichere Angelegenheit von Schuster. Mit einer 9:3 Führung ging es in die Pause, viel konnte nicht mehr passieren. Nach dem Wechsel kamen die Linzer doch noch etwas auf, angefeuert von ihrem phantastischen Publikum verkürzten sie auf 13:8, dann aber wurde Redl eingewechselt und wie im Vorjahr in Bregenz avancierte er auch diesmal zum Matchwinner und erzielte 5 Tore hintereinander damit war die Pflicht erledigt, es folgte die Kür mit dem Angriffswirbel aller übrigen Spieler und nach 40 erfolgreichen Minuten gab es die verdiente Sektdusche für alle Beteiligten. Der Jubel war sehr groß eine einmalige Serie wurde fortgesetzt. Erfreulich war auch dann noch schlussendlich die Einberufungen von Forsthuber und Schuster ins All-Starteam.
Ergebnisse:
ASKÖ Neue Heimat Linz - Vöslauer HC 10 : 25
Salzburger HV - Vöslauer HC 12 : 37
Vöslauer HC - HIB Graz 27 : 11
Semifinale: Vöslauer HC - ULZ Schwaz 23 : 19 (13:9)
Finale: Vöslauer HC - ASKÖ Neue Heimat Linz 21 : 9 (9:3)
Walter Friedel